WLH fordert Aufklärung: Viele Menschen wissen nicht, worüber sie beim Bürgerentscheid abstimmen!

Am zurückliegenden Samstag, 17. Januar 2026, waren auch Aktive der Wählergemeinschaft Lebenswertes Haan (WLH) mit ihrem Dialogstand in der Innenstadt vertreten, um über den bevorstehenden Bürgerentscheid zum Rathausneubau zu informieren, der am Sonntag, 25. Januar 2026, stattfindet. Die Briefabstimmungen zu diesem überaus wichtigen Thema sind bereits im vollen Gange. Die Haanerinnen und Haaner haben es in der Hand, ob die aktuelle Entwurfsplanung für den „Neubau des Rathauses der Stadt Haan mit Räumen der Volkshochschule und Stadtarchiv“ am Neuen Markt aufgehoben werden soll oder nicht. 

 

Darüber können sie mit „Ja“ oder „Nein“ abstimmen. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Das erlebte die WLH an ihrem Infostand, an dem sie mit den Menschen die aktuelle Entwurfsplanung  „als Grundlage für die Bauantragsplanung“ diskutierte, über die der Bürgerentscheid letztendlich richtet: „Ich war vollkommen entsetzt, dass 99% der Nachfragenden tatsächlich nicht wussten über was sie abstimmen werden“, erklärt Meike Lukat. 

 

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Sie sieht dafür Informationspolitik der „Nein-Sager“ und einzelner Medien mit verantwortlich. „Es gab seit Wochen von den Nein-Sagern Informationen, die zu einer erheblichen Verwirrung der Menschen führten. So glaubten viele, dass sie abstimmen würden, ob ein neues Rathaus gebaut wird oder nicht. Leider hatte die örtliche Presse diese Verwirrungstaktik immer wieder unterstützt“, beschreibt Meike Lukat. Beim Bürgerentscheid geht es nicht um ein Ja oder Nein zum Rathaus, sondern ausschließlich um die derzeit vorliegende Entwurfsplanung. Die WLH betont, dass ein „JA“ beim Bürgerentscheid nicht den Verzicht auf ein neues Rathaus bedeutet, sondern die Möglichkeit, die Planung inhaltlich zu verändern und neu zu entwickeln.

 

Hier nochmal eingefügt die Fragestellung, über die die Wahlberechtigten entscheiden dürfen:„Soll der unter Top 3 der Ratssitzung gefasste Beschluss des Rates der Stadt Haan vom 17.12.2024 zur freigegebenen Entwurfsplanung für den Neubau des Rathauses der Stadt Haan mit Räumen der VHS und dem Stadtarchiv am unteren Neuen Markt mit der Zuwegung und Erschließung über den Windhövel, aufgehoben werden?“

 

Veränderung neu denken heißt nicht jahrelanger Stillstand

Ein weiterer zentraler Punkt der Auseinandersetzung betrifft mögliche Verzögerungen. Von Gegnern eines Aufhebungsbeschlusses wird geschätzt, dass bei einem Stopp der Planung für Jahre nichts vorangeht und es zu Verzögerungen von bis zu zehn Jahren komme; auch wir hatten in unserem Bericht „Ausschussvorsitzender warnt vor jahrelangem Stillstand“  darüber berichtet. Dem widerspricht die WLH. Als Beispiel verweist sie auf den Ratsbeschluss vom 9. April 2024, nach dem die Stadtverwaltung innerhalb weniger Monate eine Überarbeitung der Planung vorgenommen habe. Damals sei die Konzeption von drei Gebäudekomplexen auf zwei reduziert und das historische Rathaus stärker einbezogen worden. Für die WLH ist klar, dass auch eine neue Entwurfsplanung innerhalb überschaubarer Zeit möglich sei.

 

Nutzung der Alleestraße bleibt bestehen

Auch bei der Zukunft des in der Unterhaltung sehr teuren Verwaltungsgebäudes an der Alleestraße sieht die WLH Missverständnisse. Teilweise werde suggeriert, dass dieses Gebäude nach dem Rathausneubau schnell frei werde und für Wohnungsbau genutzt werden könne.

 

Nach Darstellung der WLH trifft das nicht zu. „Die Entwurfsplanung sieht vor, dass das Verwaltungsgebäude an der Alleestraße auf unbestimmte Zeit weiterhin von Teilen des Technischen Dezernats genutzt werden muss. Dort werden die Ämter Stadtplanung und Vermessung, Bauaufsicht und Denkmalpflege,Tiefbauamt mit Straßenverkehrsbehörde, Dezernent und Vorzimmer Dez. III mit 32 Arbeitsplätzen und somit rd. 40 Mitarbeitenden der Haaner Stadtverwaltung verbleiben.“ Laut Verwaltung „soll für diese Ämter erst Mitte 2026 der Planungsbeginn starten“, fasst die WLH-Vorsitzende zusammen.

 

Offene Fragen zur Volkshochschule

Ein weiterer Diskussionspunkt betrifft die Volkshochschule (VHS). Die WLH verweist darauf, dass Überlegungen zu einem Umzug der VHS-Zweigstelle Hilden-Haan an der Dieker Straße bereits seit vielen Jahren existieren. Schon beim Neubau des Gymnasiums sei diskutiert worden, VHS-Räume einzubeziehen, um Synergien mit Sport-, Werk- oder EDV-Räumen zu nutzen.

 

Aus Sicht der WLH sollte im Rat und in der Zweckverbandsversammlung geprüft werden, ob alternative Standorte – etwa im Umfeld der Grundschule Steinkulle oder im Zusammenhang mit einer Multifunktionshalle – wirtschaftlich sinnvoller wären als die Integration in den Rathausneubau.

 

Entscheidung über Planung, nicht über das Projekt an sich

Zusammenfassend betont die WLH, dass der Bürgerentscheid keine Grundsatzentscheidung gegen ein neues Rathaus sei, sondern eine Entscheidung über die konkrete Entwurfsplanung am Neuen Markt. Ein Aufheben der Planung bedeute aus ihrer Sicht, das Projekt inhaltlich neu zu denken und weiterzuentwickeln.

 

Infos: WLH, Bearbeitung anzeiger24.de: BL

 

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