
Ein kleines Schild sorgt in Haan derzeit für große Diskussionen: Am Brunnen auf dem Unteren Neuer Markt weist die Stadt darauf hin, dass die Anlage nicht als Bade- oder Wasserspielbereich genutzt werden darf. Viele Familien hatten den Brunnen an heißen Tagen als willkommene Abkühlung für ihre Kinder genutzt. Nun erklärt die Verwaltung, warum sie das unterbinden muss.
Seit Tagen wird das Thema in den sozialen Netzwerken diskutiert: Ein Verbotsschild am Brunnen auf dem Unteren Neuer Markt sorgt für Unverständnis, aber auch für Nachfragen. Denn während der heißen Sommertage wurde die Wasseranlage von vielen Kindern und Familien spontan als Spiel- und Planschmöglichkeit genutzt. Für viele war der Brunnen eine einfache Möglichkeit, sich mitten in der Stadt abzukühlen.
Dass der Brunnen dafür eigentlich nicht gedacht ist, war vielen Nutzerinnen und Nutzern offenbar nicht bewusst, oder wurde angesichts der hohen Temperaturen in Kauf genommen. Kritik gab es vor allem daran, dass die Stadt zunächst lediglich mit einem Hinweisschild reagierte und weitergehende Informationen fehlten.
Auch die WLH-Vorsitzende Meike Lukat hatte sich bereits vorab über Facebook zu dem Thema geäußert. Nun nimmt die Stadtverwaltung selbst Stellung und erläutert ebenfalls die Gründe für die Maßnahme.
Gesundheitsschutz als wichtigstes Argument
Die Stadt Haan betont, dass die Entscheidung nicht leichtgefallen sei. Viele Kinder und Familien hätten den Brunnen an den vergangenen heißen Tagen zur Abkühlung genutzt; ein nachvollziehbarer Wunsch bei hohen Temperaturen. Trotzdem müsse die Stadt handeln, wenn eine sichere Nutzung nicht gewährleistet werden könne.
Der entscheidende Punkt: Der Brunnen ist kein ausgewiesener Wasserspielplatz und verfügt nicht über eine Wasseraufbereitung wie beispielsweise Schwimmbäder oder speziell dafür vorgesehene Anlagen. Das Wasser werde nicht kontinuierlich desinfiziert. Gerade bei hohen Temperaturen könnten sich in unbehandeltem Wasser Keime und Mikroorganismen schneller vermehren.
Zudem sei die Anlage nicht für das Spielen und Baden ausgelegt. Dadurch bestehe auch ein erhöhtes Verletzungsrisiko.
Hoher Wasserverbrauch in Zeiten der Trockenheit
Neben hygienischen Gründen spielt laut Stadt auch die aktuelle Wassersituation eine Rolle. Wegen der anhaltenden Trockenheit gelten im Kreis Mettmann bereits Einschränkungen bei der Nutzung von Naturfreibädern. Seit dem 2. Juli 2026 besteht außerdem ein kreisweites Wasserentnahmeverbot.
Die intensive Nutzung des Brunnens hatte bereits konkrete Folgen: Das Wasser der Anlage musste vollständig ausgetauscht werden. Rund 25 Kubikmeter Wasser – also etwa 25.000 Liter – waren dafür notwendig. Die Stadt vergleicht diese Menge mit ungefähr 170 gefüllten Badewannen.
Ein solcher Verbrauch sei angesichts der angespannten Wassersituation dauerhaft nicht vertretbar.
Sorge um die Technik des Brunnens
Auch der Zustand der Brunnenanlage spielt eine Rolle. Nach Angaben der Verwaltung ist die Technik inzwischen in die Jahre gekommen. Vor allem Sand, der durch die Nutzung in die Anlage gelangt, könne von der vorhandenen Filtertechnik nicht ausreichend entfernt werden. Zusätzlich belastet die Entnahme von Wasser aus dem Brunnen Pumpen und Filter.
Sollte die Anlage ausfallen, könnten Reparaturen aufgrund des Alters nur noch eingeschränkt möglich sein. Im schlimmsten Fall drohe ein kompletter Ausfall des Brunnens.
Stadt bittet um Verständnis
Die Stadt Haan weiß nach eigener Aussage, dass die Entscheidung für viele Familien enttäuschend ist. Gerade an heißen Tagen sei der Wunsch nach einer schnellen Abkühlung verständlich.
Dennoch stellt die Verwaltung klar: Der Schutz der Gesundheit, die Sicherheit der Kinder und der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser hätten oberste Priorität. Der Brunnen bleibe ein gestalterisches Wasserelement, aber kein Bade- oder Planschbereich.
Bearbeitung anzeiger24.de: BL
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