Blitzer in Haan: 440.000 Fahrzeuge kontrolliert

Kreis Mettmann nennt Messstandort, Verstoßzahlen und erklärt, wohin die Gelder gehen

Die kommunale Geschwindigkeitsüberwachung des Kreises hat in Haan im vergangenen Jahr insgesamt 439.379 Fahrzeuge erfasst. Dabei wurden 5.724 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Dies geht aus den Antworten des Kreises Mettmann auf eine Presseanfrage von anzeiger24.de hervor.

 

An diesen Straßen wurde gemessen

Geschwindigkeitskontrollen fanden laut Kreis Mettmann unter anderem auf der Ittertalstraße, Elberfelder Straße, Ohligser Straße, Bismarckstraße, Sauerbruchstraße, Parkstraße, Moltkestraße, Kampstraße, Thienhausener Straße, Prälat-Marschall-Straße, Breidenhofer Straße, Flurstraße, Kölner Straße, Hochstraße, Landstraße und dem Erikaweg statt.

 

Warum gerade dort geblitzt wird

Nach Angaben des Kreises erfolgt die Auswahl der Messstellen nicht willkürlich, sondern nach gesetzlichen Vorgaben. Kontrolliert wird insbesondere an Gefahrenstellen, also an Straßen mit erhöhtem Unfallrisiko, in der Nähe von Schulen und Kindertagesstätten, an stark genutzten Fuß- und Radwegen, an Baustellen sowie auf Strecken, auf denen besonders häufig zu schnell gefahren wird.

Der Kreis widerspricht damit auch dem häufig geäußerten Vorwurf, sogenannte „Raserstrecken“ würden bewusst ausgespart. Im Gegenteil: Gerade dort, wo besonders viele Verstöße festgestellt werden, können gezielt Messungen stattfinden.

Die Messorte wechseln regelmäßig, neue Standorte kommen hinzu und werden unterschiedlich häufig kontrolliert. Mehr als 5.700 Verstöße sind unbestritten zu viel. Eine positive Entwicklung sieht der Kreis dennoch: Die Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitungen ist im Durchschnitt deutlich zurückgegangen. Die Autofahrer fahren also teilweise weiterhin zu schnell, überschreiten das Tempolimit im Schnitt aber weniger stark als früher.

 

Wohin fließen die Bußgelder?

Immer wieder wird in sozialen Netzwerken behauptet, Kommunen würden mit Blitzern gezielt Geld verdienen. Der Kreis Mettmann stellt dazu klar: Die Einnahmen hängen davon ab, welche Behörde die Messung durchgeführt hat.

Werden Verstöße durch die Geschwindigkeitsüberwachung des Kreises festgestellt, fließen die Verwarnungs- und Bußgelder in die Kreiskasse. Polizeiliche Verwarnungsgelder gehen dagegen an die Landeskasse. Kommt es zu einer gerichtlichen Entscheidung, wird die Geldbuße durch die Justizkasse eingezogen.

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Das bedeutet konkret: Kontrolliert die Polizei, werden Fahrer häufig unmittelbar angehalten. Kann die Zuwiderhandlung mit einer Verwarnung geahndet werden, erhalten sie das Angebot, diese direkt zu begleichen. Dieses Geld fließt in die Landeskasse.

Das gilt auch für Verstöße im Verwarnungsbereich bei sogenannten Kennzeichenanzeigen – also beispielsweise dann, wenn die Polizei bei Radarmessungen die Fahrer nicht unmittelbar anhält. Befindet sich der Verstoß im Bußgeldbereich, übernimmt die Bußgeldstelle des Kreises und erhält das Geld.

 

Aber bald kassiert auch Haan

Haan und Erkrath haben kürzlich eine „Städtepartnerschaft“ der besonderen Art geschlossen und wollen demnächst eigene Radargeräte anschaffen. In diesem Fall würden die Einnahmen aus den damit erfassten Geschwindigkeitsübertretungen direkt in die jeweiligen Stadtkassen fließen.

 

Kreisweit mehr als 5 Millionen Euro Einnahmen

Für das gesamte Kreisgebiet beziffert der Kreis Mettmann die Erträge aus der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung im Jahr 2025 auf rund 5,02 Millionen Euro. Eine Aufschlüsselung der Einnahmen speziell für Haan ist aus technischen Gründen nicht möglich. Überschlägig errechnet sich jedoch ein Anteil von rund 240.000 Euro pro Jahr.

 

Quelle: Kreis Mettmann
Bericht: LT
Fotos/Video: ChatGPT-KI

  

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