
Angesichts besorgniserregender bundesweiter Entwicklungen hat die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Haan eine offizielle Anfrage zur Wohnungsnot in der Altersgruppe 50+ an Bürgermeister Vincent Endereß gerichtet. Für die kommende Sitzung des Sozialausschusses (SKIGA) am 17. September 2026 fordern die Sozialdemokraten konkrete lokale Zahlen und Lösungsansätze der Verwaltung ein, um drohender Altersarmut und dem Verlust des Zuhauses gezielt entgegenzuwirken.
Auslöser der politischen Initiative ist laut der Haaner SPD ein aktueller Bericht der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe vom August dieses Jahres. Dieser belegt, dass bundesweit immer mehr ältere Menschen in Wohnungsnotfällen auf Unterstützung angewiesen sind. „Wir müssen wissen, wie sich diese alarmierende Situation bei uns in Haan darstellt. Uns interessieren dabei nicht nur die reinen Fallzahlen und die Steigerungsquoten der vergangenen fünf Jahre, sondern vor allem die individuellen Hintergründe“, erklärt Simone Kunkel-Grätz, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.
In ihrem Fragenkatalog will die SPD deshalb unter anderem beleuchten, inwiefern Faktoren wie Miet- und Energieschulden, kleine Renten, chronische Erkrankungen oder eingeschränkte Mobilität die Wohnungslosigkeit der über 50-Jährigen auslösen. Darüber hinaus fragt die Fraktion ab, wie viele der Betroffenen einen Schwerbehindertenausweis besitzen und wie lange die Wohnungslosigkeit in dieser Alterskohorte in Haan durchschnittlich andauert.
Neben der detaillierten Datenerhebung pocht die Fraktion auf präventive und strukturelle Gegenmaßnahmen. „Es müsse transparent dargelegt werden, welche konkreten Anstrengungen die Stadtverwaltung derzeit unternimmt und ob sie bei ihren Bemühungen durch caritative Organisationen unterstützt wird“, so Giulia Baran SPD-Mitglied im Sozialausschuss.
Giulia Baran sieht zudem insbesondere in der Stadtentwicklung und beim Wohnungsbau drängenden Handlungsbedarf: „Die wirksamste Prävention gegen Wohnungslosigkeit im Alter ist bezahlbarer Wohnraum. Wir wollen von der Verwaltung wissen, ob sie unsere Auffassung teilt, dass der forcierte Bau von öffentlich gefördertem und vor allem altersgerechtem Wohnraum ein zentraler Schlüssel ist, um der Wohnungsnot in der Generation 50+ nachhaltig zu begegnen.“
Die SPD-Fraktion erwartet die Beantwortung der umfassenden Anfrage durch die Verwaltung zur kommenden Sitzung des SKIGA, um auf Basis der vorgelegten Fakten über weitere sozialpolitische Schritte für Haan beraten zu können.
Bericht: SPD Haan, Symbolbild: mit KI generiert, Bearbeitung anzeiger24.de: BL
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