
Mit deutlichen Worten hat Bürgermeister Vincent Endereß am Dienstag im Rat der Stadt Haan den Haushaltsplanentwurf 2026 eingebracht. Die finanzielle Lage bleibt angespannt: Vor Berücksichtigung des globalen Minderaufwandes weist der Entwurf ein Defizit von rund 16,5 Millionen Euro aus. Auch die mittelfristige Finanzplanung zeigt weiterhin Fehlbeträge in ähnlicher Höhe.
Endereß sprach von einem weiterhin unsicheren Fundament der Stadtfinanzen. „Dieses Gerüst ist weiterhin nicht stabil, sondern nach wie vor äußerst fragil“, sagte der Bürgermeister zu Beginn seiner Rede. Zwar steigen die Gewerbesteuereinnahmen nach Planung um etwa 3,3 Millionen Euro, doch dieser Zuwachs werde durch Umlagen und Transferaufwendungen mehr als aufgezehrt.
Um die Einnahmen zu sichern, kalkuliert die Stadt künftig mit einem Gewerbesteuer-Hebesatz von 440 Punkten. Ziel sei es, konkurrenzfähig zu bleiben. Weitere Erhöhungen stellte Endereß ausdrücklich nicht in Aussicht. Auch bei der Grundsteuer B ist eine Vereinheitlichung der Hebesätze geplant, orientiert am Steueraufkommen des Jahres 2024, lediglich inflationsbedingt angepasst.
Nach Einschätzung des Bürgermeisters lassen sich ausgeglichene Haushalte nicht allein auf kommunaler Ebene erreichen. Neben Sparanstrengungen brauche es Wirtschaftswachstum und vor allem eine bessere Finanzierung der Kommunen durch Land und Bund. „So sehr wir auch sparen und optimieren – alleine wird Haan den Karren nicht aus dem Dreck ziehen können“, betonte Endereß.
Trotz der angespannten Lage setzt die Stadt weiter auf Investitionen. Schwerpunkte liegen bei Schulen, Feuerwehr, Infrastruktur und Klimaschutz. Der Erweiterungsbau der Don-Bosco-Schule soll deutliche Fortschritte machen, Photovoltaikanlagen werden weiter ausgebaut, Spielplätze modernisiert. Zudem rechnet die Stadt mit dem Baustart der neuen Polizeiwache.
Auch das Straßensanierungsprogramm soll wieder stärker vorangetrieben werden.
Beim Personal sieht der Entwurf eine maßvolle Zahl neuer Stellen vor, um Pflichtaufgaben erfüllen zu können. Gleichzeitig bleibt der gestoppte Rathausneubau ein Unsicherheitsfaktor für die Verwaltung. Bis ein neues Konzept vorliege, wolle die Stadt die bestehenden Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen weiter verbessern.
Endereß warb im Rat für einen gemeinsamen Kurs in den anstehenden Haushaltsberatungen. Gerade in finanziell schwierigen Zeiten komme es darauf an, Prioritäten zu setzen und pragmatisch zu handeln. Ziel bleibe es, Haan nicht nur zu verwalten, sondern zukunftsfähig zu gestalten.
Die Beratungen zum Haushalt 2026 beginnen nun in den Fachausschüssen.
Infos: Stadt Haan, Foto + Bearbeitung anzeiger24.de: BL
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