
Der Bund beteiligt sich an der Entlastung hoch verschuldeter Kommunen. Zwischen 2026 und 2029 fließen jährlich rund 164 Millionen Euro nach Nordrhein-Westfalen, die das Land an mehr als 200 Städte und Gemeinden weiterleitet.
Auch Haan erhält Geld: 138.573 Euro pro Jahr, über vier Jahre also insgesamt rund 554.000 Euro. Diese Mittel sind allerdings zweckgebunden und dienen ausschließlich der Finanzierung und Tilgung kommunaler Schulden.

Ein Prozent des Haushaltslochs
Wie begrenzt die Wirkung für Haan ist, zeigt der Vergleich mit dem städtischen Haushalt. Für 2026 wird mit einem Defizit von rund 13,6 Millionen Euro gerechnet. Die jährliche Bundeshilfe entspricht damit rechnerisch gerade einmal rund einem Prozent des Haushaltsdefizits.
Gleichzeitig braucht Haan neue Kredite
Hinzu kommt: Die Stadt muss zur Sicherung ihrer Zahlungsfähigkeit selbst wieder neue Schulden aufnehmen. Für 2026 sind 13,5 Millionen Euro neue Liquiditätskredite vorgesehen. Die knapp 139.000 Euro aus Berlin sind deshalb zwar willkommen, lösen Haans eigentliches Problem aber nicht. Die Kommunalaufsicht bewertet die Finanzlage der Stadt als „äußerst kritisch“. Bei unveränderter Entwicklung droht spätestens ab 2030 sogar eine bilanzielle Überschuldung.
Das strukturelle Problem bleibt
Für Haan ist die Bundeshilfe damit tatsächlich eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Entscheidend bleibt, ob es der Stadt gelingt, ihre jährlich neu entstehenden Defizite deutlich zu reduzieren. Denn während der Bund bei bestehenden Schulden hilft, entstehen im laufenden Haushalt ja bereits wieder neue Millionenlöcher.
Quelle: Land NRW / Bund
Bericht: LT
Fotos/Video: KI-generiertes Bild
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