
Die Kröten wandern wieder. Und mit ihnen auch die Frösche und Molche. Der Kreis Mettmann stellt daher schon seit einigen Tagen an den Hotspots in der Region kniehohe Amphibienzäune auf und bittet Autofahrer, in diesen Bereichen besonders vorsichtig zu fahren oder sie am besten komplett zu meiden: „Jeder kann die Amphibien bei ihrer Wanderung unterstützen, indem er die Warnhinweise und das Tempolimit auf 30 km/h berücksichtigt und zu den Wanderzeiten möglichst noch langsamer oder von vornherein andere Wege fährt“, heißt es in einer Presseerklärung. „Denn die Tiere können selbst durch den Luftdruck von Fahrzeugen tödlich verletzt werden, auch wenn sie nicht direkt überfahren werden.“
Tiere werden in Eimern gesammelt und zu Laichgewässern getragen
Frösche, Kröten und auch Molche haben ein aktives Leben: Es beginnt mit dem Ablaichen der Eier in einem Gewässer. Aus dem Laich entwickeln sich zuerst die Larven und später die erwachsenen Tiere, die sowohl im Wasser als auch an Land leben. Nach der Eiablage und Entwicklung im Frühjahr im Wasser wandern die Tiere teilweise schon im Sommer, spätestens aber im Herbst in nahgelegene Landquartiere. Hier leben sie in einer Winterstarre in Wäldern, Gehölzstreifen, unter Holz- oder Steinhaufen oder in Erdlöchern. Im nächsten zeitigen Frühjahr treten sie dann erneut die Wanderung zu ihrem Laichgewässer an, wenn die Nachttemperaturen über 7 Grad steigen und es regnet oder feucht ist.
Die nun aufgestellten Amphibienzäune bewahren die Frösche, Kröten und Molche vor dem Überfahren. Sie werden durch die Zäune entlang der Straßen aufgehalten und fallen in Eimer, die entlang der Zäune in die Erde eingelassen sind. Die Amphibien werden aus den Eimern über die Straße in die Nähe ihrer Laichgewässer getragen, wo sie ihre Wanderung fortsetzen.
Foto oben: Krötenschutzzaun in Monheim
Viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer und die Teilnehmerinnen am Freiwilligen Ökologischen Jahr des Kreises bringen so jeden Tag viele Frösche, Kröten und Molche über die Straße. Dabei bestimmen und zählen sie die Tiere. In diesem Jahr schützen 3285 Meter Amphibienzäune, die die Untere Naturschutzbehörde von Unternehmern aufbauen lässt, an elf Standorten die Tiere vor dem Überfahren.
Der Kreis übernimmt das Aufstellen dieser Zäune schon seit Jahren und sieht darin einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.
Übrigens: Wer helfen will, die Tiere über die Straße zu tragen kann sich beim ehrenamtlichen Naturschutz, also den örtlichen Naturschutzverbänden melden. Hilfe wird immer gebraucht.
Quelle: Kreis Mettmann
Foto: Biologische Station Haus Bürgel
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