
Beim Ortsparteitag der FDP in Haan hat vor allem ein Thema die Diskussion bestimmt: der geplante Neubau des Rathauses. Nach dem erfolgreichen Bürgerbegehren und der ersten Sitzung der „AG Rathausneubau“ sehen die Liberalen weiterhin Handlungsbedarf – allerdings nicht in der ursprünglich vorgesehenen Form.
Die FDP bekräftigte auf der Versammlung in der Heidberger Mühle ihre grundsätzliche Zustimmung zu einem Neubau, stellte sich jedoch klar gegen die bisherigen Planungen. Der Kurs sei seit längerem festgelegt. Bereits zur Kommunalwahl im Herbst 2025 habe die Partei unter dem Leitmotiv „Das Rathaus neu denken“ für eine alternative Lösung geworben. Ziel sei ein zentraler Standort, der breite Akzeptanz finde. Die Forderung laute: „Ein Ort. Ein Gebäude. Ein Rathaus für alle.“ Zugleich sprach sich die FDP gegen ein verkleinertes Rathaus bei gleichzeitig steigenden Kosten aus, da dies die Stadt finanziell überfordern würde.
Zuvor hatte der Ortsverbandsvorsitzende Hendrik Sawukaytis die Lage der Partei analysiert und einen Blick auf die Wahlen des vergangenen Jahres geworfen. Sein Fazit: „Wir haben uns in Haan sichtbar engagiert – trotz Gegenwind von der Bundes- wie Landesebene.“ Inhaltlich sehe sich die FDP weiterhin gut aufgestellt, müsse ihre Themen jedoch künftig anders vermitteln. Neben lokalen Fragen nannte Sawukaytis Wirtschaft, Bürgerrechte und Bildung als zentrale Schwerpunkte.
Auch die finanzielle Situation der Stadt war Thema des Parteitags. Fraktionsvorsitzender Michael Ruppert erinnerte an die lange Präsenz der FDP im Stadtrat und übte deutliche Kritik an den aktuellen Entwicklungen. Er sprach von einem „Chaos von Formalien“ im Rat und bemängelte die Haushaltsentwicklung: Noch im Januar sei die Stadt von Schulden in Höhe von 13,6 Millionen Euro ausgegangen, im März seien es bereits 18 Millionen Euro gewesen. Ruppert warnte: „Die Bürger zahlen am Ende die Zeche. Eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer kann das Haushaltsloch nicht auffangen, insbesondere, wenn auf der Ausgabenseite nicht gespart wird.“ Sein Appell an den Bürgermeister lautete: mehr Entbürokratisierung und effizientere Abläufe – „Nicht so weitermachen wie bisher.“
Personell stellte sich die FDP Haan ebenfalls neu auf. Einstimmig wählten die Mitglieder Matthias M. Machan zum stellvertretenden Vorsitzenden. Er folgt auf Thomas Kirchhoff, der im September vergangenen Jahres überraschend verstorben war. Machan ist für die Fraktion unter anderem im Stadtentwicklungsausschuss und im Gestaltungsbeirat tätig und bringt berufliche Erfahrung als Journalist und Buchautor mit.
Quelle: FDP Haan (mmm), Foto Matthias M. Machan: Hendrik Sawukaytis, Bearbeitung anzeiger24.de: BL
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