Ralf Siepmann liest aus seinem Kriminalroman „Blutwappen“

Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Seit 1996 begeht Deutschland an jedem 27. Januar den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Die Emil-Barth-Stadtbücherei Haan nimmt dies zum Anlass, um mit der Lesung aus einem zeitgeschichtlichen Krimi Licht auf ein seltener thematisiertes Verbrechen der Nationalsozialisten zu werfen. Ausgangspunkt des Romans ist die Entdeckung der unmenschlichen Behandlung von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern im Zeiten Weltkrieg unter jungen Menschen. 

 

1965: Zwei Morde an so unterschiedlichen Orten wie Wien und Wiedenbrück (Ostwestfalen) lassen die Kriminalpolizei rätseln. Was haben die Opfer gemeinsam, die auf ähnlich grausame Weise getötet und präsentiert werden? In grenzübergreifender Zusammenarbeit müssen Josef Brockentrup und sein Wiener Kollege Aloys Lukacek versuchen, die mysteriösen Fälle zu lösen. 

  

Breidbach-Friedhofsg-rtnerei

 

Der 1945 geborene, heute in Hilden lebende Autor Ralf Siepmann, promovierter Sozialwissenschaftler, wuchs in Rietberg auf, nur wenige Kilometer entfernt vom Stammlager Stalag 326. Ab 1941 beherbergte es unter menschenunwürdigen Bedingungen bis Kriegsende mehrere hunderttausend Kriegsgefangene. Aus seiner Schulzeit, die er 1965 mit dem Abitur am Ratsgymnasium Wiedenbrück beendete, erinnert er keinerlei Aufarbeitung der ganz in der Nähe begangenen Verbrechen an Gefangenen. Beherrschend war ein Klima des Verschweigens, das jegliche Beschäftigung mit der Vergangenheit ersticken sollte. 

 

Das Thema ließ Ralf Siepmann nicht los. Nach seinem beruflichen Leben mit dem Schwerpunkt Journalismus/PR/Kommunikation und Tätigkeiten in der Presse, im Rundfunk, für die Bundesregierung sowie als selbständiger Kommunikationsberater verarbeitete er das Sujet in seinem Krimi „Blutwappen – die Toten an Ems und Donau“. Aus eigener Erfahrung vermag er darin exemplarisch Lebensverhältnisse und Bewusstsein der jungen Generation im frühen Umbruch der Nachkriegszeit zu zeichnen. Erst unter dem Eindruck der Studentenbewegung Ende der 1960er-Jahre sollte sich langsam die Bereitschaft der Bundesrepublik abzeichnen, sich den vergangenen Verfehlungen zu stellen. Begleitet wird der Autor in seiner Lesung von Karl Hubert aus Hilden, der die Thematik um historische Fakten und eine lokale Einordnung ergänzt. 

 

Der Eintritt ist frei! 

 

WAS: „Blutwappen“ – Krimilesung mit Ralf Siepmann und Karl Hubert
WANN: Dienstag, 27.01.2026, 19 Uhr bis ca. 20.30 Uhr, Einlass ab 18.45 Uhr 

WO: Emil-Barth-Stadtbücherei Haan, Neuer Markt 17, 42781 Haan
 

Quelle: Emil-Barth-Stadtbücherei Haan, Foto: Autorenfoto ©Ralf Siepmann, Bearbeitung anzeiger24.de: BL

 

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